Chororgel

 
Die Chororgel füllt den großen Chorraum des Münsters mit Klang und hat eine sehr wichtige Funktion für die Begleitung der Gemeinde und der Chöre in der Liturgie.
 
 

Beschreibung und Disposition

 
2019 wurde eine neue Chororgel im Freiburger Münster Unserer Lieben Frau eingebaut. Sie ersetzt aus klanglichen Gründen das Instrument von 1964/1990, welches aber erhalten und in eine andere Pfarrkirche in unserem Erzbistum versetzt wurde.
Die neue Chororgel füllt den großen Chorraum des Münsters mit Klang und hat eine sehr wichtige Funktion für die Begleitung der Gemeinde und der Chöre in der Liturgie. Als Konzertinstrument gliedert sie sich in das Orgelquartett des Münsters harmonisch ein und bringt faszinierende neue Klangfarben in den großartigen Kirchenraum.
 
 
Südliche Chorempore
 
Orgelbau Kuhn AG, CH-Männedorf (2019)
 
II+P / 32 (24 klingende Register, 3 Transmissionen, 5 Extensionen, 1676 Pfeifen)
 
I. Hauptwerk (C-g''')
II. Schwellwerk (C-g''') Pedal (C-f)
1. Bourdon 16' 11. Lieblich Gedackt 16' 25. Contrabass 16' (E. 27)
2. Principal 8' 12. Flûte harmonique 8' 26. Subbass 16' (Tr. 1)
3. Philomele 8' 13. Bourdon 8' (E. 11) 27. Principal 8'
4. Gedackt 8' 14. Gambe 8' 28. Gedacktbass 8' (Tr. 4)
5. Octav 4'
15. Voix céleste 8' 29. Octav 4' (E. 27)
6. Flauto dolce 4' 16. Geigenprincipal 4' 30. Bombarde 16'
7. Quinte 2 2/3' 17. Nasard 2 2/3' 31. Basson 16' (Tr. 21)
8. Doublette 2' 18. Piccolo 2' 32. Posaune 8' (E. 30)
9. Mixtur 4f. 2' 19. Terz 1 3/5'  
10. Trompete 8' 20. Fourniture 4f. 2 2/3'  
  21. Basson 16'  
  22. Hautbois 8' (E. 21)  
  23. Trompette 8'  
  24. Voix humaine 8'  
   - Tremulant -  
 
E: Extension (Verlängerung); Tr.: Transmission

Partner

Der Neubau der Chororgel wird großzügig unterstützt durch Ihre Spenden im Rahmen der Klangpatenschaften und durch folgende Stiftungen:
 
   
   
 
 

Audio / Video

 
 
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CD

"Künstlerfreunde"

Matthias Maierhofer an der Chororgel im Freiburger Münster.

Deutsch-Englisches Booklet mit Texten von Prof. Dr. Meinrad Walter (zum Programm) und Dr. Jan Kühle (zur Orgel).

CD 3 der fünfteiligen CD-Reihe von Domorganist Professor Matthias Maierhofer aus dem Freiburger Münster. Es erklingen Werke von Johannes Brahms, Heinrich von Herzogenberg, Robert Fuchs und Rudolf Bibl.
 
Erhältlich ist die CD für 15 Euro im Münsterladen, im Münster, c-punkt Münsterforum, auf dem Münsterturm, im nationalen und internationalen Fachhandel und digital.
 

Ambiente-Audio, 2024

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Chororgel 1990-2018

 
Südliche Chorempore
 
Fischer+Krämer, Endingen (1990)
 

unter Verwendung des Pfeifenmaterials der Rieger-Orgel von 1964

II+P / 25

Bei einer Renovierung im Jahr 1990 wurde die Rieger-Orgel auf die gegenüberliegende Empore der Südseite, auf welcher bereits die Vorgängerorgeln standen, in ein neues Gehäuse durch die Firma Fischer+Krämer, Endingen, verlegt. Hierbei wurde die Disposition geringfügig modifiziert, und eine Neuintonation vorgenommen. Die Orgel wurde 2018 abgebaut und in die Pfarrkirche nach Salem-Mimmenhausen versetzt (Bild am neuen Standort).

 

I. Hauptwerk (C-g''')
II. Positiv (schwellbar) Pedal (C-f')
1. Gedacktpommer 16' 10. Bleigedackt 8' 19. Subbaß 16'
2. Prinzipal 8' 11. Salicional 8' 20. Oktavbaß 8'
3. Hohlflöte 8' 12. Prinzipal 4' 21. Gedacktbaß 8'
4. Oktave 4' 13. Koppelflöte 4' 22. Choralbaß 4'
5. Spitzgedackt 4' 14. Octavin 2' 23. Hintersatz 3f. 2 2/3'
6. Waldflöte 2' 15. Terz 1 3/5' 24. Bombarde 16'
7. Sesquialter 2f. 2 2/3' 16. Quinte 1 1/3' 25. Trompete 8'
8. Mixtur 4f. 1 1/3' 17. Zimbel 3f. 1'  
9. Trompete 8' 18. Musette 8'  
  Tremolo  
 
Koppeln: II/I, II/P, I/P elektrisch
Elektrische Schleifladen, aber ohne eigene Spielanlage, nur vom Hauptspieltisch elektrisch anspielbar.
 
Neue Register 1990: Prinzipal 8' (Hw), Oktave 4' (Hw), Salicional 8' (Pos), Terz 1 3/5' (Pos), Trompete 8' (Ped).
Entfallene Register: None 8/9' (Pos), Gemshorn 8' (Pos), Schalmey 4' (Ped).
Teilweise erneuerte Register: Zimbel 3f. (Pos), Octavbaß 8' (Ped)
 
 
 

Chororgel 1964-1989

 
Rieger Orgelbau, A-Schwarzach (1964)
in der nördlichen Chorschranke über dem Gestühl des Domkapitels errichtet
 
Die Chororgel wurde 1964 durch Rieger-Orgelbau aus Schwarzach / Vorarlberg neu erbaut und in die Nordwand des Chores über das Chorgestühl eingefügt. Bei eigentlich mechanischen Schleifladen wurde ein mechanischer Spieltisch der Chororgel damals nicht erwünscht, weil dieser in das Chorgestühl hätte integriert werden müssen. Die Orgel wurde daher ausschließlich vom elektrischen Hauptspieltisch aus bespielt.
 
II+P / 25
 
I. Hauptwerk (C-g''')
II. Positiv (schwellbar) Pedal (C-f')
1. Gedacktpommer 16' 10. Bleigedackt 8' 19. Subbaß 16'
2. Prinzipal 8' 11. Gemshorn 8' 20. Octavbaß 8'
3. Hohlflöte 8' 12. Prinzipal 4' 21. Gedacktbaß 8'
4. Octave 4' 13. Koppelflöte 4' 22. Spillflöte 4'
5. Spitzgedackt 4' 14. Octavin 2' 23. Hintersatz 3f. 2 2/3'
6. Waldflöte 2' 15. Quinte 1 1/3' 24. Bombarde 16'
7. Sesquialter 2f. 2 2/3' 16. None 8/9' 25. Schalmay 4'
8. Mixtur 4-6f. 1 1/3' 17. Zimbel 3f. 2/3'  
9. Trompete 8' 18. Musette 8'  
  Tremolo  

Koppeln: II/I, II/P, I/P elektrisch
Mechanische Schleifladen, aber ohne eigene Spielanlage, daher nur vom Hauptspieltisch elektrisch anspielbar.
 
 
 

Chororgel 1881-1964

 
E.F. Walcker, Ludwigsburg (1881)
Opus 390

1881 wurde eine - dem Zeitgeschmack der Romantik entsprechenden - neue Orgel durch die Firma E.F. Walcker aus Ludwigsburg im Münsterchor aufgestellt. Das Gehäuse gliederte sich nahtlos in das Chorgestühl des unteren Chores ein und wurde vom Erzbischöflichen Bauamt entworfen. Es handelte sich um eine mechanische Kegelladenorgel. Technische Neuerungen wie "Registerclaves" zum einfachen Registrieren und Terza Mano, eine Oberoktavkoppel für einige Register des 2. Manuals waren in der Orgel eingebaut und gestatteten eine vielseitige Verwendung der Orgel.
Diese Chororgel wurde durch die Firma Welte und Söhne 1929 zusätzlich auf elektropneumatische Traktur umgerüstet und 1929 und 1936 an den elektrischen Hauptspieltisch angeschlossen und somit in die Gesamtanlage einbezogen. Klanglich veränderte wiederum Welte die Orgel 1945 im Zuge von Reparatur- und Reinigungsarbeiten nach dem Bombenangriff auf Freiburg. Willy Dold ersetzte den neugotischen Prospekt durch einen neuen Freipfeifenprospekt im Jahr 1955. Der pneumatische Spieltisch der Chororgel, über welchen sich mit Hilfe zweier Balgtreter das Instrument auch bei Stromausfall spielen ließ, wurde schließlich 1958 abgebaut.
Die Walcker-Orgel bestand mit den leichten klanglichen Veränderungen von Welte bis Anfang der 60-er Jahre. Sie wurde abgebrochen und ist heute nicht mehr erhalten.
 
Disposition 1881
II+P / 33
  
I. Hauptwerk C - f"' (*)
    II. Schwellwerk C - f"'     Pedal C - f’  
Principal 16’   Bourdon 16’   Principalbaß 16’
Principal 8’   Principal 8’   Violonbaß 16’
Viola di Gamba 8’   Liebl. Gedackt 8’   Subbaß 16’
Concertflöte 8’   Salicional 8’   Quintbaß 10 2/3’
Dolce 8’   Voix céleste 8’   Octavbaß 8’
Quintatön 8’   Aeoline 8’   Violoncello 8’
Gedackt 8’   Fugara 4’   Bombardon 16’
Quinte 5 1/3’   Flauto dolce 4’   Trompete 8’
Octav 4’   Viola tremolo ab c 8’      
Spitzflöte 4’   Clarinette (ds) 8’      
Rohrflöte 4’            
Piccolo 2’   Tremolo Clarinette     II-P  
Mixtur 5fach 2 2/3’   Terza Mano (Octavkoppel)     I-P  
Cornett 5fach ab g            Octavkoppel  
Trompete 8’            
               
II-I              
 
Mechanische Kegellade
Umbau in Elektropneumatische Doppeltraktur durch Welte und Söhne, 1929
 
Stillgedeckt 16' als Windabschwächung aus Subbaß 16' im Pedal 1929 neu
*) In den Quellen von Carl Winter (1946) ist der Tonumfang mit 73 Tönen angegeben
 
Dispositionsänderung durch Welte und Söhne, 1945:
Neue Register: Quinte 2 2/3' (statt Quinte 5 1/3', I. Manual), Terz 1 3/5' (statt Spitzflöte 4', I. Manual),
Quinte 1 1/3' (statt Bourdon 16', II. Manual), Spitzflöte 4' (statt Fugara 4', II. Manual), Octavin 2' (statt Dolce 4', II. Manual), Scharfmixtur 3f. (statt Aeoline 8'. II. Manual).
Überarbeitete Register: Oktav 2' (statt Piccolo 2', I. Manual)
 
 
Chororgel 1881
 
Chororgel 1881 mit Seitenprospekt
 
Chororgel mit Freipfeifenprospekt ab 1955
 

Chororgel 1811-1880

 
Nikolaus Schuble, 1811 / 13
 
Im Chorraum des Freiburger Münsters ist ab 1595 eine "kleinere Orgel" in den Quellen beschrieben. Sie wurde durch den Freiburger Orgelbauer Muderer erbaut - ihre Disposition ist  allerdings nicht bekannt. 1811-13 baute Nikolaus Schuble ein neues Instrument mit 14 Registern auf einem Manual und Pedal.
 
Manual    
Pedal
 
Principal 8'     Subbaß 16'
Bourdon 8'   Octavbaß 8'
Viol di Gamba 8'   Trompetenbaß 8'
Prestant 4'   Flötbaß 4'
Flöt 4'      
Nazart 3'      
Doublet 2'      
Mixtur 3f. 1 1/2'      
Cornet ab c' 5f. 8'      
Fagot Baß 8'      
Trompeten Disc.
8'      
(Waldflöte*)
       
 
Quelle: Bernd Sulzmann: "Freiburger Orgelmacher des 17., 18. und 19. Jahrhunderts", Schau-Ins-Land, Jahresheft des Breisgauer Geschichtsverbands, 98/1979, http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/schauinsland1979/0083/ocr - Auflistung nach dem Angebot Schubles vom 6.10.1807 und dem Werkvertrag von 1811 (Erzbischöfliches Archiv Freiburg, Nr. 2961).
 
*) In einem Gutachten von Domkapellmeister und Orgelinspektor Johannes Schweizer aus dem Jahr 1870 (Erzbischöfliches Archiv Freiburg) steht anstelle der Trompete im Diskant eine Waldflöte 8'. Die Mixtur wird als 5-fach beschrieben.