Hauptspieltisch

 
Im Münster gibt es bereits seit 1929 einen elektrischen Hauptspieltisch am Eingang des Chorraums - heute in unmittelbarer Nähe zum Altar. Der Ort ist auch ein Zeichen dafür, dass die Münsterorgeln Instrumente für die Liturgie sind, erfahrbar in der Nähe der Organisten zu den Zelebranten.
 
 

Geschichte und aktueller Spieltsich


Der erste Spieltisch wurde durch die Freiburger Firma Welte erbaut und in Zusammenhang mit der neuen großen Orgelanlage, welche anläßlich des Katholikentags 1929 entstanden ist, in Betrieb genommen. Es war nun erstmals möglich, von Ferne mehrere der Orgeln zusammen zu spielen und so die liturgische Gemeinde von allen Seiten her zu begleiten. Der Spieltisch bestand an diesem Ort bis 1936 und wurde bei der Umgestaltung der Orgelanlage umgebaut und neben die neu entstandene Michaelsorgel auf die Westempore versetzt.

Ab 1936 stand im unteren Chorraum ein neuer Hauptspieltisch mit 5 Manualen und Pedal. Er war mit einer vierfachen Setzerkombination ausgestattet. Der Spieltisch wurde durch die Firma Eisenschmid erbaut und stand im Münster bis 1964. Er wurde 1965 verkauft.

Zum Bau der vier neuen Orgeln 1964/65 wurde, wiederum durch die Firma Eisenschmid, ein neuer Spieltisch erbaut. Er hatte nun 4 Manuale und Pedal, sowie 8 Setzerkombinationen. In seien Dimensionen war er nach wie vor relativ groß und hoch, weswegen er im Zuge der Neugestaltung des Altarbereichs in den Jahren 1987-1990 durch einen neuen kompakteren Spieltisch ersetzt wurde. Dieser Hauptspieltisch wurde 1987 durch die Firma Fischer + Krämer, Endingen, erbaut. Es erfolgte eine Erneuerung eines Großteils der elektrischen Spieltechnik (v.a. die Verkabelung und Vernetzung der Orgeln) und die Umstellung auf ein BUS System im Jahr 2008 durch Freiburger Orgelbau Späth, nicht jedoch der Elektrik des Hauptspieltischs selbst.

Aufgrund technischer Probleme und Unzuverlässigkeiten wurde 2013 ein neuer Hauptspieltisch durch die Firma Klais Orgelbau, Bonn, erbaut. Ebenso erfolgte im gleichen Zusammenhang die Fortsetzung der 2008 bereits begonnen Arbeiten an der Spieltechnik der Orgeln, sodaß alle Systeme sich nun auf einem gleichen technischen Stand befinden. Im neuen Hauptspieltisch wurden schließlich auch zahlreiche technische Innovationen und neue Spielhilfen realisiert. Unter anderem wurde die weltweit erste Aufzeichnungs- und Abspielanlage entwickelt, mit der der Organist seine Stücke aufnehmen kann und diese im Kirchenraum über eine Fernsteuerung abhören und zusätzlich die Registerkombinationen (Klangfarben) bearbeiten und abspeichern kann.

Der neue Hauptspieltisch wurde großzügig mit Mitteln der Eugen-Martin-Stiftung unterstützt.


Hauptspieltisch


Johannes Klais Orgelbau Bonn,

August Laukhuff Weikersheim, 2013/2019 
 
















Elektrische Ton- und Registertraktur, Druckpunktsimulation, Espressivo-Traktursystem
4 Manuale, Pedal, 170 Register
10 Normalkoppeln: IV/III, IV/II, IV/I, IV/P, III/II, III/I, III/P, II/I, II/P, I/P, (+Mich.O.: II-16'/I, III-16'/I)
Koppel P/I, 6 Melodiekoppeln: II/I, III/I, IV/I, III/II, IV/II, I/II, Dynamische Koppeln
Freie Zuordnung der einzelnen Werke auf die Manuale und das Pedal, auch als Werkkoppeln für die einzelnen Orgeln nutzbar
3 Schwelltritte mit Umschaltmöglichkeiten (Generalschweller vs. Einzelschweller in verschiedenen Kombinationen)
Setzeranlage mit beliebig vielen Benutzern und 99x80 Kombinationen pro Benutzer
6 programmierbare feste Kombinationen
Automatische Pedalumschaltung (programmierbares Pedalpiano)
2 programmierbare Appels als Pistons
Crescendowalze mit mehreren programmierbaren Crescendi
Einstellbarer Begrenzer der Crescendowalze
Zungen ab, Mixturen ab
Registerfessel
Tastenfessel additiv und ersetzend (Sostenuto)
Elektrische Höhenverstellbarkeit der Manuale, elektrische Höhenverstellbarkeit der Bank, elektrische Verfahrung des gesamten Spieltischs
Integrierter ausfahrbarer Monitor (Dirigentenkamera)
USB-Schnittstelle
Midi-Schnittstellen (In- / Out)
Stimmsystem (Tastenhalter)
Laukhuff Touch System:
  • Titelverwaltung, Titellisten
  • Setzer
  • programmierbare Appels
  • Aufnahme- und Wiedergabesystem mit der Möglichkeit, die Registerkombinationen während des Abspielens per Fernsteuerung zu ändern und abzuspeichern.
  • Freie Koppeln, Intervallkoppeln, Melodiekoppeln, Dynamische Koppeln
  • Pedalteilung (Coupure), freier Teilungspunkte, freie Zuweisung der Werke
  • Transpositeur
  • Programmierung unterschiedlicher Einstellungen der Crescendowalze
  • Einstellung der Schwellwerke und Zuweisung zu den Schwelltritten
  • Wind ab Funktionen
  • Wartungsfunktionen

Die Manualverteilung in der Standardeinstellung und in der Anordnung auf den Spieltischterrassen (von links nach rechts):

  Chororgel Chamadenwerk Marienorgel Michaelsorgel Langschifforgel Auxiliarwerk
IV. Manual   Chamaden Brustwerk
(Tuba - floating)*
  Labialwerk
Lingualwerk
III. Manual     Schwellwerk Récit   Physharmonika
II. Manual Schwellwerk   Positiv Solo Rückpositiv  
I. Manual Hauptwerk   Hauptwerk Hauptwerk Hauptwerk  

Sämtliche Werke können allen Manualen und dem Pedal frei zugeordnet werden.

*) Die Tuba magna ist 'floating', kann also allen Manualen und dem Pedal einzeln zugeordnet werden, ohne dass die Generalkoppeln darauf wirken.

 

Zusatzspieltisch

August Laukhuff Weikersheim, 2019
 
Im Rahmen des Neubaus der Chororgel im Jahr 2019 wurde in enger Zusammenarbeit mit der Firma August Laukhuff ein mobiler Zusatzspieltisch entwickelt. Dieser dient vor allem zur Begleitung der Vespern und anderer Gottesdienste im Hochchor. Er kann aber auch an anderen Orten des Münsters eingesetzt werden. Die Bedienung der Registertraktur und der Spielhilfen erfolgt bei diesem Spieltisch über zwei große Touch-Monitore. Es können nahezu alle Funktionen des Hauptspieltischs angesteuert werden.
 
Die Steuerung der Orgelanlage erfolgt beim mobilen Zusatzspieltisch über Touch-Monitore.
Der mobile Zusatzspieltisch kann an verschiedenen Orten des Münsters aufgebaut werden.
Der mobile Zusatzspieltisch kann an verschiedenen Orten des Münsters aufgebaut werden.
 

 

Vorherige Spieltische

Hauptspieltisch 1987-2013

Fischer + Krämer Endingen, 1987
Freiburger Orgelbau Späth, 2008 (Umbau)
Aufstellung im Hochchor, 2014-2018

 
 
Manualverteilungen:
Marienorgel: I. Hauptwerk, II. Positiv, III. Schwellwerk, IV. Brustwerk
Langschifforgel: II. Hauptwerk, III. Rückpositiv
Chororgel: I. Hauptwerk, II. Positiv
Michaelsorgel: II. Hauptwerk, III. Récit, IV. Solo
 
Koppeln: IV/III, IV/II, IV/I, IV/P, III/II, III/I, III/P, II/I, II/P, I/P (+Mich.O.: II-16'/I, III-16'/I)
Crescendowalze mit 4 programmierbaren Crescendi;
Tutti der einzelnen Orgeln, Generaltutti
Schweller: Generalschweller, Marienorgel, Chororgel, Michaelsorgel
Setzeranlage mit 99 x 64 Kombinationen pro Benutzer (zur Erbauungszeit 1987 nur 64 Kombinationen)
 
Der ehemalige Hauptspieltisch wurde 2014 geringfügig umgebaut und steuerte in der Folgezeit über eine Midi-Schnittstelle den neuen Hauptspieltisch an. Der Spieltisch wurde 2018 im Zuge des Neubaus der Chororgel abgebaut und verkauft, da eine Integration der neuen Chororgel nicht mehr möglich war.
 

Hauptspieltisch 1965

Eisenschmid, München
4 Manuale & Pedal, Setzer mit 8 Kombinationen, 3 Schwelltritte, Walze, 152 Wippen
 

Hauptspieltisch 1936

Eisenschmid, München
5 Manuale & Pedal, Setzer mit 4 Kombinationen, 3 Schwelltritte, Walze, 189 Wippen
 

Hauptspieltisch 1929

Welte und Söhne, Freiburg
Umsetzung und Anschluß 1936 auf der Michaelsempore als 2. Spieltisch
3 Manuale & Pedal, 3 freie Kombinationen, Crescendotritt, 4 Schwelltritte